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28.6.08 08:44, kommentieren

1. Raper Bushido

Leben und Karriere

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Der Künstlername „Bushido“ wurde dem Japanischen entnommen und bedeutet Weg des Kriegers (siehe Bushidō). Bushido wurde von seiner deutschen Mutter alleine groß gezogen. Da sich seine Eltern früh trennten, hatte er zu seinem tunesischen Vater keinen Kontakt. Er wuchs in Berlin-Tempelhof auf und besuchte zwei Tempelhofer Gymnasien, welche er jedoch aufgrund beruflicher Interessen nach der 11. Klasse verließ.

Wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sachbeschädigung wurde Bushido vom Gericht vor die Wahl gestellt, eine staatlich geförderte Ausbildung zum Maler und Lackierer zu machen oder ins Jugendgefängnis zu gehen. Im Rahmen der deshalb absolvierten Ausbildung lernte Bushido auch seinen späteren Kollaborations-Partner Fler kennen. Zum Hip-Hop kam Bushido über Graffiti, wo er unter dem Pseudonym „Fuchs“ bei ES (Esoterics) und DMK (Dark Mindz Klique) Bilder malte. Vader(-licious) von DMK brachte ihn dann schließlich auch zum Rap.

Zusammen mit King Orgasmus One nahmen die drei unter dem Namen 030 ein Demotape auf und verkauften es in geringer Stückzahl im Bekanntenkreis. Bushidos erste Veröffentlichung ist auf dem Frauenarzt-Tanga-Tanga-Tape von 2000 mit King Orgasmus One für I Luv Money Records zu finden. Zusammen mit eben jenem King Orgasmus und Bass Sultan Hengzt bildete er während dieser Zeit die Gruppe Berlins Most Wanted (BMW). Wenig später veröffentlichte er sein erstes eigenes Tape King Of Kingz, das schließlich zu seinem Wechsel zum Plattenlabel Aggro Berlin führte, wo er mit Sido, B-Tight und Fler zusammen arbeitete. Das Album wurde 2003 bei Aggro Berlin als digital überarbeitete Version veröffentlicht und 2004 unter dem Titel King Of Kingz 2004 Edition mit vier Remixen wiederveröffentlicht. Auf Grund der Indizierung von King of Kingz, welche 2005 folgte, wurde das Tape als entschärfte Version inklusive Demotape unter dem Titel King of KingZ & Demotape - extended version erneut in digitaler Form veröffentlicht. 2002 erschien unter Bushidos Pseudonym „Sonny Black“ Carlo, Cokxxx, Nutten, an dem auch Fler als „Frank White“ mitwirkte. Auch Carlo Cokxxx Nutten II produzierte Bushido unter diesem Pseudonym. 2003 produzierte Bushido mit Ilan als Co-Producer sein erstes Soloalbum Vom Bordstein bis zur Skyline, das es aufgrund des Musikvideos zum Titel „Bei Nacht“ und Auftritten auf größeren Hip-Hop-Festivals wie dem Splash zu einer Chartplatzierung auf Platz 88 schaffte. Das Album hat einen sehr düsteren und im Verhältnis zur restlichen deutschen Hip-Hop-Szene harten Charakter. Das „Demotape“ wurde 2003 auf CD aufgenommen, nachdem es im Internet publik wurde. Dies war auch der erste Zeitpunkt, zu dem die Existenz des Albums erwähnt wurde.

Aufgrund bestehender künstlerischer Differenzen hinsichtlich der weiteren Solokarriere des Künstlers verließ Bushido im Sommer 2004 Aggro Berlin und wurde von Urban/Universal Music unter Vertrag genommen, mit denen er mit D-Bo das Label "ersguterjunge" gründete. Mitte 2004 produzierte er zusammen mit Ilan im Auftrag der Neue-Deutsche-Härte-Band Rammstein einen Remix des Songs Amerika. Im Oktober 2004 veröffentlichte Bushido bei Universal die LP Electro Ghetto, die den sechsten Platz der deutschen Albumcharts erreichte. Bereits am 4. April 2005 folgte unter Bushidos Alter Ego Sonny Black (eine Anlehnung an den Film Donnie Brasco) mit Carlo Cokxxx Nutten II die vierte LP innerhalb von zweieinhalb Jahren. Diesmal wurde Bushido von Baba Saad an Stelle seines früheren Partners Fler unterstützt. Das Album erreichte in den Charts Platz 3.

Im Winter 2004/2005 spielte Bushido eine Hauptrolle im „Beef“ um Eko Fresh und nahm im Zuge dessen den Disstrack „FLERräter“ gegen seinen ehemaligen Partner Fler auf. Am 4. November 2005 erschien Bushidos Album Staatsfeind Nr. 1, das in Linz hauptsächlich von Beatlefield, bestehend aus dem Rapper und Produzenten Chakuza und dem Produzenten und DJ Stickle, produziert wurde. Nach einigen Zu- und Abgängen bei den ersguterjunge-Künstlern, folgte im Februar 2006 der Label-Sampler „Nemesis Vol. 1“. Bei der Echo-Verleihung 2006 konnte er den Preis in der Kategorie Live-Act National gewinnen.

Am 1. September 2006 erschien das Soloalbum Von der Skyline zum Bordstein zurück, auch „VDSZBZ“ genannt. Es enthält keine Features und wurde fast ausschließlich von Bushido selbst produziert. Schon nach zwei Wochen erreichte das Album Gold-Status in Deutschland und hat dort inzwischen Platin-Status.

In Kopenhagen bekam Bushido am 2. November 2006, sechs Tage nach dem Erscheinen seiner zweiten Singleauskoppelung Sonnenbank Flavour, den MTV Europe Music Award für den Best German Act. Neben Bushido waren Rammstein, Silbermond, Die Toten Hosen und Sportfreunde Stiller nominiert, der Preisträger wurde über eine Internetwahl auserwählt.

Der zweite ersguterjunge-Labelsampler Vendetta erschien am 1. Dezember 2006. Als Single wurde eine Woche zuvor das Titelstück des Albums veröffentlicht. Das Lied beinhaltet Rap-Passagen von Bushido, Chakuza und Eko Fresh.

Am 9. Februar 2007 erschien die dritte Single Janine aus seinem Album Von der Skyline zum Bordstein zurück. Bushido gründete Anfang 2007 die Girlband Bisou, die aus ehemaligen Kandidatinnen der Castingshow Popstars zusammengesetzt wurde. Bei der Verleihung des Echos am 25. März 2007 konnte Bushido den Preis in der Kategorie Hip-Hop/R&B National für sich verbuchen.

Ende Juni 2007 wurde bekanntgegeben, dass Bushido und sein Label ersguterjunge von Universal/Urban zu Sony/BMG wechseln[1]. Mit Bushidos am 31. August 2007 erschienenen Soloalbum „7“ begann die Zusammenarbeit.

Bei der Verleihung des Musikpreises Echo im Februar 2008 erhielt er die Preise in den Kategorien Live-Act National und Hip-Hop/R&B National. Im Mai des gleichen Jahres wurde Bushido ein Comet als Beste/r Künstler/in verliehen.[2]

Kontroverse

Bushido wurden in den Medien des Öfteren nationalistische und rassistische Inhalte und mangelnde Distanz zu rechtsextremen Fans vorgeworfen. Seine Anhänger verweisen dagegen auf Bushidos Herkunft oder seine Zusammenarbeit mit Künstlern nichtdeutscher Herkunft wie Azad, Chakuza, Eko Fresh und Cassandra Steen. In Interviews weist Bushido jegliche rechtsextreme Gesinnung von sich.[3]

Häufiger Diskussionsgegenstand sind auch Inhalte, die als schwulen- und frauenverachtend sowie sexistisch und gewaltverherrlichend interpretiert werden können. So benutzt Bushido beispielsweise das Wort „Nutte“ häufig, und erklärt auf Nachfrage, dass er damit nicht Frauen im allgemeinen, sondern, so wörtlich, „echte Schlampen“ meine.[4] Im November 2005 gab es diesbezüglich erneut Schlagzeilen, als Bushido sich in einem Interview verächtlich über Paris Hilton äußerte.[5] Auf dem Labelsampler Vendetta nimmt er in einer Weise Bezug auf Natascha Kampusch, die von vielen Kritikern als geschmacklos bewertet wurde.[6]

Dementsprechend gab es auch Kritik an Bushidos Teilnahme an einem von Bravo und Viva organisierten Konzert Ende August 2007 gegen Gewalt an Schulen im Rahmen der Kampagne „Schau nicht weg“. Bushido könne aufgrund seiner „homophoben und frauenfeindlichen Texte“ nicht als Vorbild fungieren.[7] Da Bushido jedoch bereits seit 2006 an dem Projekt beteiligt war und laut Bravo sich sehr engagiert zeigte, stand eine Absage seines Auftritts für die Veranstalter nicht weiter zur Debatte.[8] Während des Auftritts wandte sich Bushido in aggressiver Weise gegen eine kleine, von Homosexuellen organisierte Gruppe von Protestierenden. Dies führte zu erneuter Kritik.[9] Dabei schütze ihn „das Image des antirassistischen Migranten“.[10] Des Weiteren wurden Texte von Bushido als islamistisch, antisemitisch und anti-amerikanisch kritisiert.[11][12]. Bushido hatte zuvor im Jahre 2005 in einem Interview bestritten, rechtsradikale oder antisemitische Tendenzen zu propagieren, und gesagt, dass er kein Nazi, Judenhasser, Schwulenhasser oder Frauenfeind sei. Allerdings distanzierte er sich nicht von den betreffenden Textpassagen.[13]

Am 29. November 2007 verkündeten die Musiksender MTV und VIVA auf Grund nicht näher benannter Unstimmigkeiten, alle Videos Bushidos aus dem Programm zu nehmen.[14] Diese Entscheidung wurde nach zwei Wochen und Gesprächen mit Bushidos Label ersguterjunge wieder revidiert.[15]

Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schätzt einzelne Lieder Bushidos als jugendgefährdend ein.

Vorwürfe der Körperverletzung

Bushido wurde am 3. August 2005 in Linz (Österreich) festgenommen, wurde aber nach Zahlung von 100.000 Euro nach 14 Tagen Untersuchungshaft auf Kaution entlassen mit der Auflage, bis zum Prozess Österreich nicht zu verlassen. Ihm wurde vorgeworfen, gemeinsam mit zwei Freunden einen 20 Jahre alten Mann zusammengeschlagen zu haben, weil dieser grundlos die Reifen seines angemieteten 7er-BMWs zerstochen haben soll.

Der Prozess vor dem Landesgericht für Strafsachen Linz fand am 4. November 2005 statt. Der genaue Hergang der Ereignisse konnte nicht aufgeklärt werden. Nachdem Bushido die Verantwortung für die Schlägerei übernommen hatte, endete das Verfahren mit einer Diversion gegen Zahlung von 20.000 Euro an die Staatskasse. Das Opfer erhielt ein Teilschmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro zugesprochen.

Angebliche abfällige Bemerkungen Bushidos über die Stadt Linz in einem Prozessbericht des deutschen Magazin Der Spiegel („Hart wie Nutella“, Ausgabe 45/2005 [16]) lösten heftige Proteste unter anderem des Linzer Bürgermeisters Franz Dobusch aus. Die Aussagen in dem Artikel über Linz stammten jedoch nicht von Bushido, sondern von dem Spiegel-Autor, der sie als seine „freie journalistische Übertreibung“ verteidigte.

Durch den Prozess wurde publik, dass Bushido seit mehreren Jahren verheiratet ist, was er jedoch am 20. Dezember 2005 in der TV-Sendung „VIVA live“ dementierte.

Urheberrechtsstreitigkeiten

Anfang November 2007 wurde bekannt, dass Bushido für den Track „Mittelfingah“, den er zusammen mit King Orgasmus und Bass Sultan Hengzt 2001 veröffentlichte, ein Sample aus dem Lied „Mourning Palace“ der norwegischen Dark-Metal-Band Dimmu Borgir verwandte, ohne die Band darüber zu informieren. Dimmu Borgir kündigten daraufhin an, wegen Verletzung des Urheberrechts Schadensersatz zu fordern.[17]

Diskografie

Alben

JahrTitelChartpositionen[18]Anmerkung
DEATCH
2001King of Kingzindiziert; Neuveröffentlichung 2003 als Digital Remastered CD Version (indiziert) & als King of KingZ 2004 Edition CD (indiziert) sowie 2005 mit Demotape (extended version) als CD
2002Carlo, Cokxxx, NuttenSonny Black (Bushido) & Frank White (Fler)
2003Demotape 1999Veröffentlichung des Demotapes von 1999 in limitierter CD Auflage von 300 Stück
2003Vom Bordstein bis zur Skyline88 
2004Electro Ghetto66381indiziert, Neuveröffentlichung 2005 als Limited Pur Edition, DE: Gold
2005Carlo Cokxxx Nutten II322 
2005Staatsfeind Nr. 141332DE: Gold
2005KOK / Demotape Extended Version55King of Kings und Demotape in CD-Form
2005Nemesis - Ersguterjunge Sampler 1822664 
2006Deutschland, gib mir ein Mic!103768(Live-CD/DVD) DE: Gold
2006Von der Skyline zum Bordstein zurück2315DE: Platin, AT: Gold; wiederveröffentlicht als Doppel-CD
2006Vendetta - Ersguterjunge Sampler 272084DE: Gold
20077122DE: Gold, AT: Gold
2007Das Beste273068 
2007Alles Gute kommt von unten - Ersguterjunge Sampler 3815 
20087 Live3[19]3776(Live-CD/DVD)

Singles

JahrTitelChartpositionen[18]Album
DEATCH
2004Electro Ghetto31Electro Ghetto
2004Nie wieder53Electro Ghetto
2005Hoffnung stirbt zuletzt (feat. Cassandra Steen)29Electro Ghetto
2005Nie ein Rapper (Bushido produziert Sonny Black)24Carlo Cokxxx Nutten II
2005Worldwide (Strapt & Bushido)49
2005Endgegner + Staatsfeind Nr.11348Staatsfeind Nr.1
2006Augenblick1742Staatsfeind Nr.1
2006Gheddo (Eko Fresh feat. Bushido)1540Hart(z) IV (Eko Fresh)
2006Von der Skyline zum Bordstein zurück1434Von der Skyline zum Bordstein zurück
2006Sonnenbank Flavour1525Von der Skyline zum Bodstein zurück
2006Vendetta (mit Chakuza & Eko Fresh)3253Ersguterjunge Sampler Vol.2
2007Janine2335Von der Skyline zum Bordstein zurück
2007Eure Kinder (Chakuza feat. Bushido)2551City Cobra (Chakuza)
2007Alles verloren43227
2007Reich mir nicht deine Hand23287
2007Alles Gute kommt von unten (mit Chakuza & Kay One)5768Ersguterjunge Sampler Vol.3
2008Regen (Saad feat. Bushido)67Saadcore (Baba Saad)
2008Unter der Sonne (Chakuza feat. Bushido)3854Unter der Sonne

Weitere Veröffentlichungen

Gastbeiträge

Auszeichnungen

1. Platz in der Kategorie Beste Website für kingbushido.de 1. Platz in der Kategorie Bestes Album National für Staatsfeind Nr.1
  • 2005: Bravo Otto in Silber in der Kategorie HipHop National
  • 2006: Echo-Gewinner der Kategorie Live-Act National [20]
  • 2006: Goldenes Tape für 20 Nummer 1 Platzierungen des Videos Von der Skyline zum Bordstein zurück in der MTV-Show TRL
  • 2006: MTV Europe Music Award in der Kategorie Best German Act [21]
  • 2007: Juice-Awards:
1. Platz in der Kategorie Live Performance National 1. Platz in der Kategorie Video National für Sonnenbank Flavour 1. Platz in der Kategorie Single National für Von der Skyline zum Bordstein zurück 1. Platz in der Kategorie Rap Solokünstler National ECHO-Gewinner der Kategorie Hip-Hop/R&B National ECHO-Gewinner der Kategorie Live-Act National Comet in der Kategorie Beste/r Künstler/in

Quellen

  1. Bushido wechselt zu Sony BMG (hiphop.de)
  2. viva.tv: „COMET 2008 Gewinner“, Mai 2008
  3. sueddeutsche.de: „Harte Texte und die Härte der Nazis“ – Interview über Gewalt, Sex und Nationalismus in der deutschen HipHop-Szene, 27. Juni 2005
  4. Artikel auf emma.de, abgerufen am 20. April 2007
  5. netzeitung: 39 Fragen an Bushido, 16. November 2005
  6. Seitenblicke.at: „Bushido zeigt keinen Respekt – Skandalsong mit Kampusch-Zeile“, 20. Dezember 2006
  7. Die Welt: „CDU und Grüne gegen einen Auftritt von Bushido“, 2. August 2007
  8. CDU/Grüne: „Bushido taugt nicht zum Vorbild!“ (laut.de), 3. August 2007
  9. laut.de: „Bushido: Kritik nach Auftritt in Berlin“, 27. August 2007
  10. taz: Generalpardon für alles 28. August 2007
  11. Gideon Ancel: „Mehr als Gesten der Gewalt“, September 2007
  12. http://www.bpb.de/themen/6K9DMU,0,0,Ich_bin_ein_Taliban__.html
  13. Bushido - Roh & ungeschnitten - Interview mit hip.hop.de
  14. laut.de: „Bushido: MTV und VIVA boykottieren Rapper“, 30. November 2007
  15. laut.de: „MTV und VIVA beenden Boykott“, 11. Dezember 2007
  16. Der Spiegel – Bericht von Wolfgang Höbel: „Hart wie Nutella“
  17. Netzeitung: Bushido und die Satanisten, 1. November 2007
  18. a b Quellen: DE AT CH
  19. Bei musicline als Wiedereinstieg von "7"
  20. echopop.de - Gewinner Live-Act national
  21. mtv.de - Liste der Gewinner
  22. Viva TV COMET 2007: Die Gewinner
  23. mtv.de - Liste der Gewinner

Weblinks

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Geschichte des Raps

Geschichte des Raps

-.-Rap entstammt ursprünglich der afro-amerikanischen Kultur, insbesondere der Tradition der Griots. Aus dem jamaikanischen Toasting entstand er etwa Ende der 1960er-Jahre in afroamerikanischen Großstadtghettos (v. a. in New York). DJs, die in Diskotheken und Clubs Platten auflegten, sagten Musikstücke an und machten Sprüche und Kommentare in einem der Jugend zugänglichen Slang. Dies taten sie zunehmend in Reimen zum Rhythmus der Musik. Dabei wurden in erster Linie Platten von bekannten Funk-Musikern gescratcht und backspinned. Beim so genannten backspin wird mit zwei Plattenspielern, auf denen die gleiche Platte liegt, ein Loop, also die Wiederholung einiger Takte erzeugt.

Die Aufgaben des DJs wurden schließlich mehr und mehr von so genannten MCs (Master of Ceremony, fälschlicherweise auch als Microphone Chief oder Microphone Checker bezeichnet oder als Verb "to move the crowd" interpretiert) übernommen. Als die Rap-Einlage dann zu einem festen Bestandteil der Musik des DJs wurde, wurden auch die Texte länger und gehaltvoller, man begann Geschichten zu rappen und auf diesem Weg seinen Ansichten und Gefühlen Ausdruck zu vermitteln. Heute ist von Außenstehenden der Begriff Rapper etabliert, während MC in den Hintergrund getreten ist.

Als erste Rap-Aufnahme wird oft King Tim (Personality Jock) von der Funk-Combo The Fatback Band erwähnt, aber auch frühe Platten der Last Poets waren ein wichtiger Grundstein für gesprochene Reime. Die ersten kommerziell erfolgreichen Stücke des Hip-Hop kreierten Grandmaster Flash And The Furious Five mit The Message (über den harten Alltag auf der Straße) oder The Sugarhill Gang mit Rapper's Delight (veröffentlicht 1979; ein reiner Partytext) in den frühen 1980ern. Später etablierten bis heute bekannte Rapper wie Run-DMC, LL Cool J (Ladies Love Cool James) oder die Beastie Boys diesen Musikstil auch außerhalb der Ghettos.

In New York etablierte sich Ende der 1970er ein Trend in den vorwiegend schwarzen Ghettos, in Abrisshäusern selbstorganisierte Partys zu feiern (sogenannte Blockpartys), da sie zu den Clubs häufig nur schwer Zugang bekamen. Auf diesen Blockpartys wurde der Rap häufig genutzt, um die Menge anzuheizen und sich selbst vor- und darzustellen.

Rap beinhaltete später stets auch politische und soziale Themen, wie sie zum Beispiel von Public Enemy immer wieder lautstark ins Bewusstsein ihrer Hörer gerückt wurden. Diese Gruppen machten sich den neuen Musikstil zunutze, um ihre Botschaften zu verbreiten und als solche empfundene Missstände anzuprangern. Der Rap erlaubt es weit mehr Textinhalt in einen Song zu packen als der meiste Gesang. Des weiteren erlangten Gang Starr, bestehend aus dem MC Guru, sowie DJ Premier, EPMD mit Erick Sermon, Geto Boys mit Willy D, Bushwick Bill und Scarface größeren Bekanntheitsgrad, auch über die USA hinaus.

Entwicklung

In den 1990er Jahren wird in den Texten des Raps das Leben in den amerikanischen Ghettos seit den 1970er Jahren wieder aufgerollt und im Kollektivgedächtnis der Schwarzen verarbeitet. Dabei handeln die Texte oft von den Problemen der Kriminalität und Drogen, manche distanzieren sich eindeutig davon, andere heißen dasselbe gut. Von den männlichen Rappern, die bei weitem in der Überzahl sind, werden dabei teilweise Fluchwörter ausgesprochen. Dies führte zu der Bezeichnung Conscious/Street Rap, die von KRS-One (the teacher) eingeführt wurde, dem damaligen Band-Leader der Boogie Down Productions und dem bis dahin unbekannten Rapper namens BurnArt, der aus seinem Block alle möglichen Geschichten erzählte, die sein Leben prägten. Viele Rapper wurden allerdings zunehmend von den Medien mit einem negativen Image versehen (siehe N.W.A. oder Tupac Shakur). Der Begriff des Gangsta Rap wurde zunehmend popularisiert.

Da sich der „toughe“ und aggressive Verbrecher-Stil in der Hauptzielgruppe der Jugendlichen besser verkauft als anspruchsvollere Raptexte, sind die großen Verlagskonzerne längst auch dazu übergegangen, gezielt in dieser Straßenkriminalitätsszene nach vermarktungswürdigen „Stars“ zu suchen. Hierdurch entstand ein Zerrbild des Rap, das von den Jugend-Musiksendern mit Übernahme dieser beschränkten Auswahl gezielt gefördert wird. Die Verlagskonzerne unterstützen hierbei offene Feindschaften zwischen den einzelnen Rappern (seien sie nun real oder gespielt), um ihr aggressives Image zu unterstreichen. Eine Analogie dieses Verhaltens findet sich im amerikanischen Boxsport, wo auch neben der eigentlich rein sportlichen Veranstaltung den Boxern viel Raum gelassen wird, um sich vor der Presse gegenseitig zu beschimpfen.

Durch die unterschiedliche Entwicklung der Rapmusik an der Westcoast verglichen mit der Eastcoast entstand letztendlich ein „Krieg“ zwischen den beiden repräsentativen Labels Death Row Records unter der Führung von Suge Knight der Westcoast und dem Label Bad Boy Entertainment unter der Führung Puff Daddys der Eastcoast. Diese Konflikte eskalierten und fanden einen tiefen Einschlag in der Rapszene, als 2Pac (Tupac Shakur) und Notorious B.I.G. 1996 und 1997 bei einem Drive-By erschossen wurden. Die Taten sind bis heute nicht aufgeklärt. Weitere Gangster-Rapper sind 50 Cent, Snoop Dogg und Dr. Dre (ehemalig N.W.A. Mitglied).

Mittlerweile ist Hip-Hop und mit ihm der amerikanische Rap zu einem weltweiten Geschäft geworden. Allerdings ist Rap nicht auf die englische Sprache beschränkt. Vor allem in Frankreich wurde der Rap als Sprachrohr über die Probleme in den Pariser Vorstädten sehr erfolgreich entwickelt. Aber auch in Großbritannien, Italien, Deutschland, Polen, Iran, Japan, Österreich, Russland und der Schweiz erfreut sich Rap immer größerer Beliebtheit.

Hauptsächlich im Hip-Hop beheimatet, wird inzwischen auch in anderen musikalischen Stilrichtungen wie Dancefloor, House, Heavy Metal und sogar in der Country-Musik die Methodik des Rap verwendet.

Techniken

Reimtechniken

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Je nach Fertigkeit und Ziel eines Liedes benutzt ein Rapper verschiedene Reimtechniken um seinen Text zu formulieren.

  • Standardreim: Ein Reim gilt als Standardreim, wenn das Reimen zweier Wörter unmittelbar ersichtlich und leicht zu erkennen ist.
Haus - Applaus - Maus Mund - rund
  • Zweckreim: Ein reimendes Wort, das anscheinend nur an seiner Stelle im Text auftaucht um seine Funktion als Reim auszuführen, aber vom Sinn her nicht richtig in den Text passen will.
  • Double: Immer das letzte Wort einer Zeile (mit zwei Silben) reimt sich auf das letzte Wort der folgenden Zeile, wobei immer 2 oder mehrere Zeilen ein Reimpaar bilden, bei dieser Art des Reims spielen Neologismen eine große Rolle. Der deutschsprachige Ausdruck für einen Mehrfachreim ist eigentlich reicher Reim.
  • Dreifachreim, Vierfachreim etc., man spricht hier auch von Kombos.
    Als Beispiel ein Fünffachreim, der zugleich ein durchgezogener Reim ist (weitere Besonderheit: der Reim umfasst die ganze Zeile):
Snap crack jewelry bling Flat jack who he bring Clack clack cooley ring Bad rap cuties claim Ascap put em in the river I'm the sushi king (Cam'ron auf „Killa Cam&ldquo Klar, dass ich bei diesem Lifestyle verfluchte Neider hab doch wir regeln das per Drive-by-Besuch in deiner Stadt (Eko Fresh auf „Deutschlands Eins&ldquo
  • Durchgezogener Reim: Ein einfacher oder mehrsilbiger Reim auf die selbe(n) Endungen, läuft durch 4, 6, 8 usw aufeinanderfolgende Zeilen.
Yo, Now I was downtown clubbin', ladies night Seen shorty she was crazy right And I approach baby like Ma, What's your age and type? She looked at me and said: you's a baby, right? I told her: I'm 18 and live a crazy life Plus I'll tell you what the 80's like And I know what the ladies like Need a man that's polite, listens and takes advice I could be all three, plus I can lay the pipe Come with me come stay the night She looked at me laughin', like: boy, your game is tight I'm laughin' back like: sure, you right (Juelz Santana auf „Hey Ma&ldquo
  • Rekursiver Reim: Steht nach einem Double am Anfang der nächsten Zeile und reimt sich noch einmal auf die Silbe(n) des Doubles.
With the goons i spy Stay in tune with ma She like damn This the realest since kumbaya Kumbaya killa kam my lord… (Cam'ron auf „Killa Cam&ldquo
  • False Way: Eine Zeile und der Anfang der folgenden werden so gebaut, dass vom Reim und Sinn der Eindruck entsteht in der zweiten Zeile müsse am Ende ein Standardreim stehen. Stattdessen benutzt der Rapper aber ein ganz anderes Wort, das vom Sinn her auch richtig ist, sich aber nicht reimt. Eher in scherzhaft gemeinten Texten vorzufinden.
Ladies lasst euch nicht bitten zeigt mir bitte eure Ausweise
  • Tag: Das erste Reimwort wird 4-8 mal wiederholt, z. B.:
You follow me homie, listen, I subjected my ways motherfucker To cocaine, weapons that spray, at your fucking face motherfucker It's Santana the great motherfucker, in the place motherfucker Stay away motherfucka Cause I'm headed straight to the top, Motherfucka Diplomat Taliban slash ROC motherfucka Oh yeah, I do this for my block motherfucka D train, Al Gator, pop motherfucka (ibid.)
  • Vorgezogener Reim: In der ersten Zeile wird das Reimwort in den ersten halben Takt gestellt, vorzugsweise dann bis zur Vollendung des Taktes eine Pause gemacht, und dann eine normale Zeile angehängt, mit dem Reimwort am Ende, z. B.:
Ich hab mehr Schotter als Bolzplätze denn ich stapel' die Tracks sowie Kinder die Holzklötze
  • Unreiner Reim
    Bei dem unreinen Reim werden die jeweils am Ende stehenden Worte eines Verses zwar unterschiedlich geschrieben, hören sich aber ähnlich an. Besonders aufwendig ist diese Technik bei mehreren Wörten am Ende.
Scheiß auf Sprechgesang dies ist Rap-shit, Mann, Hör dir die Beats, die Flows, die Texte an (ASD: Sneak Preview) I rap for listeners, blunt heads, fly ladies and prisoners Henessey holders and old school niggas, then I be dissin a Unofficial that smoke woolie thai I dropped out of Cooley High, gassed up by a cokehead cutie pie (Nas: Memory Lane)

Flow Techniken

  • Normal: Der Rapper spricht schlicht im Takt. Eine einfache und häufig gefundene Variante.
  • Doubletime (auch bekannt als Halftime): Der Rapper „flowt“ doppelt so schnell, wie man die normale Geschwindigkeit ansetzen würde. Diese Technik erfordert etwas Übung, damit man weder den Takt verfehlt, noch akustisch unverständlich wird. Es gibt mittlerweile viele Rapper, die diese Technik benutzen.
  • Tripletime: Die Königsdisziplin im Schnell-Rappen. Der Rapper „flowt“ dreimal so schnell, wie man die normale Geschwindigkeit ansetzen würde. Wird immer wichtiger bzw. häufiger.
  • Gesang: Der Rapper flowt (teilweise auch schnell) seinen Text, wobei er mit seiner Stimmlage eine Melodie abläuft. Unterscheidet sich zum normalen Singen dadurch, dass der Gesang beim „flown“ meistens schneller ist, dafür die Melodie wenig kompliziert ist. Findet sich oft in Hooklines (kurz Hook).
  • Old-School: Einer der speziellsten Stile, da eine Funky-ryhme-Technik beherrscht werden muss.

Literatur

  • Arbeitstexte für den Unterricht: Rap-Texte, Reclam Verlag, ISBN 3-150-15050-7, enthält neben einer Sammlung von Hip-Hop- und Rap-Texten eine ausführliche Darstellung der Geschichte und der Hauptstilelemente (s. o.) des Hip-Hop.
  • Juice Magazin Erscheint Monatlich. Mit CD. Größtes Deutsches Hip-Hop-Magazin.
  • Backspin Erscheint Monatlich. Nummer zwei unter den deutschsprachigen Hip-Hop Magazinen.
  • Bravo HipHop Erscheint alle 2 Monate, berichtet häufiger über die kommerziellen Rapper.
  • The Wu-Tang Manual, verfasst von The RZA, veröffentlicht von Plexus Publishing Limited, ISBN 0-859-65367-6

Filmografie

Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filme zum Thema Rap ist 8 Mile (2003) mit Eminem; ältere Filme, die die noch vom Battle entfernte ursprüngliche Stimmung des amerikanischen Hip-Hop einfangen, sind Beat Street (1984), Breakin' (1984), Style Wars (1983) oder Wild Style! (1982). Die Hollywood-Produktion Save the Last Dance aus dem Jahr 2000 hatte fast nur in den USA Erfolg. Auch das Producer-Werk Stomp the Yard (2006) konnte nur regen Erfolg verzeichnen.

2005 entstanden auch die Filme Hustle & Flow mit Terrence Howard und Get Rich or Die Tryin' mit 50 Cent in der Hauptrolle, neben - wiederum - Terrence Howard. Ersterer handelt von einem Zuhälter, der es mit Mitte 30 nochmal im Musikbusiness versuchen will. Get Rich or Die Tryin' ist eine mehr oder minder authenthische Auto-Biografie von 50 Cent.

Als erster deutscher Kinofilm, der sich mit dem Thema Hip-Hop beschäftigt, konnte der Film „Status Yo!“ von Regisseur Til Hastreiter im November 2004 Premiere feiern. Sowohl Kritiker als auch Hip-Hop-Fans würdigten den Film als Meilenstein der deutschen Hip-Hop-Kultur.

Kurioses

Ein Song mit Namen „The Rapper“ von Donnie Iris wurde 1977 im Pop-Stil veröffentlicht (ohne Rap-Gesang!).

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